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So können es Gründerinnen schaffen

Traurige Tatsache ist, dass es Gründerinnen gegenüber Gründern immer noch schwerer haben. Folgend zeigen wir auf, wie Nachteile für einen erfolgreichen Start ausgeglichen werden können.

Wenn vom Gründerinnenzentrum Competentia (www.competentia.nre.de) in Dortmund die Rede ist, wird immer geschmunzelt. Frauen und Kompetenz: Leider steht das für viele immer noch in einem Widerspruch zueinander. Diesen Vorurteilen begegnet man aber mit einer gehörigen Portion Humor. Die Damen sind selbstbewusst genug, um darüber zu stehen.

Diesen Vorurteilen stehen folgende Aussagen gegenüber:

  • Frauen gründen erfolgreicher

  • sie brechen seltener ab

  • Kredite und Fördergelder zahlen sie zuverlässiger zurück

Im Vergleich zu den Gründern wächst die Zahl der Gründerinnen seit Jahrzehnten. Das Institut für Mittelstandsforschung (ifm) hat berechnet, dass in der Zeit zwischen 1991 und 2002 die Zahl der Gründungen um 30 Prozent zugenommen hat. Trotzdem ist es für euphorische Gedanken zu früh. Denn immer noch gründen Frauen seltener als Männer. Auf eine Frau kommen im Schnitt 2,6 Männer.

Damit stellt sich die Frage: Was hält Frauen davon ab, mehr Gründungsinitiative zu ergreifen und umzusetzen. Ein Thema, das sogar Forscher umtreibt. Dies auch unter dem Aspekt, das vieles FÜR Frauen spricht, wie auch Frau Prof. Inse Cornelssen, tätig an der FH Hannover, in ihrem Projekt zur Untersuchung von Unternehmensgründungen durch Frauen bestätigt.

Die Hürden finden sich im Bankenbereich, wenn es um die Kreditgewährung geht. Der sozio-kulturelle Aspekt wird negativ belegt, wenn es um die Kinderbetreuung geht. Der soziale Aspekt wird negativ beschieden, wenn die Partner der Gründerinnen ihr Vorhaben nicht unterstützen und/oder sich mit deren Rollenverständnis nicht einverstanden erklären können.

Aktuelle Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen wie das ifm. Sie fügen aber hinzu, dass die Ausbildungsberufe, in denen die Frauen ausgebildet wurden, ein Hindernis darstellen. Immer noch sind es vorrangig die Bereiche Handel, heilende und betreuende Berufe. Im technischen und handwerklichen Bereich stellen sie derzeit noch eine Minderheit dar.

Hinzu kommt, dass Frauen vor der Gründung des eigenen Unternehmens seltener Führungspositionen besetzt haben. Die oberen Sprossen der Karriereleiter kennen sie häufig nicht.

Ein zunehmender Grund für Frauen, in die Gründerszene einzutreten, sind die fehlenden Jobperspektiven nach der Elternzeit. Gleichzeitig ist dieses Problem der Grund für immer mehr Gründerinnen. Warum: Weil die Frauen überzeugt sind, so Familie und Beruf besser unter einen Hut zu kriegen. Zu dieser Auffassung passt, dass die Mehrheit der Gründerinnen im Gegensatz zu Frauen in Führungspositionen Kinder hat.

Als weiteres Problem muss das Geld in Form von eigenem Startkapital und Kreditierung sowie der Bereitstellung von Fördergeldern genannt werden. Dieses Problem findet sich in der höheren Skepsis der Banken gegenüber Gründerinnen aber auch in strukturellen Problemen. Und genau damit ergibt sich ein Teufelskreislauf.

Die Gründung von Frauen mit Kindern erfolgt in der Regel kleiner und als Solounternehmen mit einem meist geringeren Kapitalbedarf. Dass zwei oder mehr Frauen zusammen gründen, ist eher die Ausnahme. Zudem arbeiten sie nebenher häufig auch noch von zu Hause aus. Ursachen dafür sind das meist nicht so hohe Eigenkapital und die damit geringer ausfallende Sicherheit. Das wiederum resultiert aus der Tatsache, dass sie vor der Gründung weniger verdient haben und so weniger ansparen konnten.

Ein weiterer Pferdefuß sind die Branchen (Dienstleistung und Handel), in denen Frauen aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation gründen. Die Wachstumschancen sind gering.

Wie sieht die Checkliste „Frauen gründen anders“ aus?

Ungefähr 500 Institutionen in Form von Netzwerken, Vereinen, Verbänden sowie Beratungseinrichtungen und Organisationen nehmen sich in Deutschland diesem Thema an.

Viele wurden von Unternehmerinnen oder denen, die in den Startlöchern standen, gegründet. Fast immer geht es in der Beratung nicht nur um die Gründungsidee und deren Umsetzung, sondern auch um die Lebenssituation der Frauen, die Rat und Unterstützung suchen.

Sehr interessant ist die Beratungsstelle „Kompass“ (www.kompassfrankfurt.de), die Frauen und Männer berät.

Vom Verhalten her sind die beiden Geschlechter wohl eher gleichgestellt. Stringent können beide sein. Dafür sind die Lebenssituationen und die Herangehensweise als sehr unterschiedlich zu bewerten.

Frauen gleichen ein Weniger an Geld mit Kreativität und Pfiffigkeit aus, damit sie ihre Idee umsetzen können. Dadurch sind sie im Endeffekt produktiver und selbständiger.

Verändert hat sich die Altersstruktur bei den Frauen. Noch vor 10 Jahren kamen eher die Frauen im Alter zwischen 40-50 Jahren. Heute sind sie 30-40 Jahre jung.

Sie aber haben das Problem mit steigenden Kosten für die Kita-Betreuung und später mit Unterrichtsausfall ohne anschließende Weiterbetreuung.

Dadurch sehen sie die Wirklichkeit des Lebens anders als die Männer, die gründen möchten. Auch deswegen setzt sich der Deutsche Unternehmerinnenverband für eine verstärkte Wahrnehmung von Frauen und ihren Problemen in der Öffentlichkeit ein. Als erster Erfolg ist die Gründung der bundesweiten Agentur für Gründerinnen zu vermelden. Diese wird von unterschiedlichen Bundesministerien unterstützt und soll eine Anlaufstelle bieten für die Bündelung von Initiativen und deren Erkenntnissen.

Vertreter von Forschungseinrichtungen und Initiativen trafen sich erstmalig auf einer Tagung, die das Thema „Frauen-Gründung-Förderung“ auf der Tagesordnung hatte mit dem Ziel, den Transfer zwischen der Wissenschaft sowie der Praxis und den Förder-Institutionen herzustellen.

Angeboten wird u. a. eine Hotline mit Informationen, an wen sie sich in ihrer Region bezüglich ihres Problems, ihrer Fragen wenden können. Die Resonanz ist überwältigend.

Es bleibt somit festzuhalten, dass sich die Tendenz in puncto Akzeptanz und Unterstützung von Frauen zwar verbessert hat aber immer noch viele Kraftanstrengungen und Veränderungen erforderlich sind, damit Männer und Frauen gleichgestellt sind.

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