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New Work im Klartext

Arbeit 4.0 – neue Maßstäbe setzen 
Braucht man heutzutage noch Menschen, die tagtäglich am Fließband stehen und geistesabwesend in ständiger Monotonie die Arbeit verrichten? Kein Mensch würde gerne von sich behaupten, dass er ein Produktionshelfer werden möchte, der am Fließband steht. Aus Old Work soll New Work werden. Selbstverwirklichung ist das neue Modewort für jeden Betrieb. Eine neue Freiheit soll ins Berufsleben eingeschleust werden, um das tun zu können, was einem als Mensch selbst ausmacht. 

Auch Du möchtest bestimmt Dich selbst verwirklichen, abseits von der Arbeit, die Dich als Unternehmerin abstumpfen lässt. Das dachte auch Frithjof Bergmann, der diese neue Art der Arbeit entwickelt hat. In kluger Weitsicht hat er das veraltete Arbeitssystem schon frühzeitig erkannt und neue Konzepte entwickelt. Hierarchie, Gehorsam, Zwang und Monotonie sollen der Vergangenheit angehören in der hochtechnisierten neuen Welt. Persönlichkeit soll in den Fokus rücken. 

Mithilfe der Technik kommt es bereits heute schon zum flächenmäßigen Stellenabbau in bestimmten Wirtschaftssektoren. Ganze Berufszweige sterben aus oder sind davon zumindest bedroht. Künstliche Intelligenz erobert nach und nach die Berufswelt. Roboter übernehmen immer mehr Tätigkeiten, die für Menschen lästig sind. Es entsteht ein Vakuum und die Frage stellt sich, was passiert mit dem Menschen in der heutigen Wirtschaft, die von der Digitalisierung infiltriert wird. Doch entstehen nicht auch neue Chancen für Menschen, sich mithilfe der Technik von Tätigkeiten zu befreien, die ansonsten nur zweckgebunden sind und ausschließlich dafür gedacht sind, sich das tägliche Brot mühsam zu verdienen? Ist es nicht möglich die eigene Persönlichkeit mit der Arbeit einhergehen zu lassen und zu verbinden? 

Klingt utopisch und nobel zugleich, doch genau das ist die Philosophie, die hinter diesem Begriff steht. Aber es gibt auch einige Irrtümer, die sich bei diesen hoch-gesteckten Zielen eingeschlichen haben, welche Dir in diesem verfassten Text näher gebracht werden sollen, sodass Du hoffentlich als Unternehmerin einige Schlüsse daraus ziehen kannst für ein produktives Miteinander in Deinem Betrieb. 

Ein nüchterner Blick soll auf diese philosophisch-geprägte Arbeitsweise geworfen werden. Jedem Irrtum soll ein Ende gesetzt werden, sodass Du hoffentlich wertvolle Einblicke erhalten wirst für Deinen persönlichen Unternehmergeist. Der Text wird Dir darüber Aufschluss geben, wie es möglich ist die Digitalität in Dein Unternehmen zu inkludieren, mit Rücksichtnahme auf die Arbeitnehmer im Betrieb. Dies soll Dich befähigen eine neue Atmosphäre zu schaffen und frischen Wind in Deinem Betrieb wehen zu lassen. Wie bereits erwähnt ist es für den Anfang unerlässlich mit einigen Irrtümern aufzuräumen, die sich festgesetzt haben. 

Arbeit Adé – gegrüßet sei die Freizeit? 
Hat man als sogenannter Anhänger dieser neumodischen Philosophie Anspruch auf ausgiebige Freizeit? Steht es für die Entfaltung des Menschen in seiner Freizeit oder steht es für die Teilhabe der Persönlichkeit am Arbeitsprozess? Ein Irrtum vieler Menschen zu dieser Theorie ist der Anspruch auf die übermäßige Freizeitgestaltung. Diese neue Denkweise steht nicht für endlose Freizeitaktivitäten, somit kannst Du als Unternehmerin die Ressourcen Deiner Mitarbeiter in Anspruch nehmen, ohne gleich als Gegner dieser Bewegung tituliert zu werden. Vielmehr steht die Sinnhaftigkeit der Tätigkeit im Fokus. Will heißen: Nicht nur das private Leben soll einen Sinn haben, sondern auch das Berufsleben soll nicht als Laster aufgefasst werden, welches nur das Finanzielle zum Ziel hat. Der Arbeit soll lediglich eine Sinnhaftigkeit verliehen werden. 

Die Arbeit kann somit sowohl sehr zeit- und arbeitsintensiv sein, jedoch sollte der treibende Motor dieser Tätigkeit eine Leidenschaft sein, bzw. es sollte ein tieferer Sinn in der Tätigkeit liegen, die zur Persönlichkeit des Arbeitnehmers passt. Die Intensität der Arbeit ist somit noch immer gerechtfertigt und zeitkonform; es ist viel mehr die Art der Tätigkeit, die hinterfragt werden soll. 

Scheine verdienen in der virtuellen Scheinwelt? 
Denkst Du vielleicht auch, dass modernes Arbeiten einhergeht mit dem Fernbleiben Deiner Angestellten? Reicht es aus die Mitarbeiter bequem von zu Hause arbeiten zu lassen? Ist das noch New Work? Nein! Es geht dabei nicht darum sich von der Realität zu verabschieden, um sich in der Virtualität zu verlieren. Für ein kreatives Miteinander in einem Unternehmen bleiben Anwesenheit und Kommunikation nichtsdestotrotz das A und O. Emotionale Intelligenz für das Netzwerken ist auch heutzutage unerlässlich, um an bestimmte Vertragspartner zu kommen, um sich einen Namen machen zu können. 

Dies bedeutet nicht, dass Du Dich verkrampfen musst auf die Anwesenheitspflicht Deiner Mitarbeiter, denn bekanntermaßen liegt in der Dosis das Gift. Du kannst natürlich Homeoffice in Deinem Unternehmen etablieren. Der springende Punkt ist die Balance zu halten, sodass die Kreativität im Unternehmen nicht zum Erliegen kommt. Sicherlich spielen technische Sachen in der Digitalisierung eine vehemente Rolle, sodass eine gute IT-Ausstattung für ein Unternehmen unerlässlich bleibt und von fundamentaler Bedeutung ist. Doch wie bereits vorhin erwähnt: die Dosis macht... 

Digitalität und Analogie – wo ist die richtige Balance? 
Kehren wir zurück zum bereits angeschnittenen Thema: Balance. Du fragst Dich bestimmt jetzt wo die goldene Mitte ist, zwischen der stetig wachsenden Digitalität in den verschiedene Wirtschaftssektoren und den sogenannten Offline-Aktivitäten, die analog vonstatten gehen müssen. Konträr zum vorherigen Irrtum, dass diese Methode auschließlich für die digitale Arbeit in der Virtualität steht, besteht ein weiterer Irrtum darin, dass man diese neue Denkmuster ebenfalls mit einem typischen Arbeiten im Großraumbüro in Verbindung bringt. Sowohl das Eine als auch das Andere wirkt sich hemmend auf Dein Unternehmen aus. 

Es geht letztlich darum Raum zu schaffen für eine progressive Arbeitsweise in Deinem Unternehmen und dies schafft man weder mit der bloßen Digitalität als auch mit reiner Büroarbeit. Es soll ein Arbeitsumfeld entstehen, dass Bedingungen schafft für ein schöpferisches Arbeiten. Dabei sollen Elemente aus dem Digitalen und Analogen in Betracht gezogen werden. Diversität ist hierbei das Zauberwort. Büroräume sollten natürlich nicht klassisch gestaltet werden. Büroräume sollten als verschiedene Lernorte betrachtet werden und dementsprechend facettenreich gestaltet werden, sodass man beispielsweise für bestimmte Tätigkeiten spezielle Räume ins Leben rufen kann, in denen man entweder hochkonzentriert in Einzelarbeit sich zurückziehen kann oder einen Gruppenraum wo man an verschiedenen Themen partizipieren kann mit anderen Mitarbeitern. 

Wie Du siehst, ist es schwer eine Grenze zu ziehen zwischen dem was richtig oder falsch ist. Doch dies bietet Dir auch ein hohes Maß an Flexibilität für Dein Unternehmen. Es gibt somit kein Patentrezept für ein erfolgreiches Betriebsklima. Es liegt in Deinem Ermessen die Lage des Unternehmens analytisch zu erfassen und Schlüsse zu ziehen, inwieweit Änderungen vonnöten sind. Die hier genannten Irrtümer werden Dir hoffentlich eine gute Stütze sein und Deine Kreativität beflügeln. 

Ist hierarchisches Denken out? 
Selbstverständlich sind demokratische Strukturen stets ein fester Bestandteil des Unternehmertums, denn diese Strukturen spiegeln auch unsere pluralistisch orientierte gesellschaftliche Werteordnung wider, somit ist ein autoritäres Klima im Betrieb kontraproduktiv und nicht mehr zeitgemäß. Doch auch hier hat sich trotzdem eine falsche Auffassung festgesetzt. Im Großen und Ganzen führt der Trend grundsätzlich zu flachen Hierarchien, ganz unabhängig von der philosophisch geprägten Strömung. Es brodelt nur an Ideen zwischen den Mitarbeitern in einer Vielzahl von Betrieben. Die liberalen Strukturen ermöglichen es jedem sich frei zu entfalten. „Die Gedanken sind frei“, heißt es in einem Altdeutschen Lied treffend dazu. 

Ein Aber ist dem jedoch entgegenzusetzen. Wer übernimmt in diesen Ideen-Dschungel die exekutive Verwirklichung? Genau dies ist ein nicht unbekanntes Problem in wachsenden Unternehmen. Trotz liberal-demokratisch geprägter Strukturen in Unternehmen, braucht es nichtsdestotrotz einen Vorsteher, der ein letztes Machtwort spricht. Dies muss nicht zwangsläufig im Widerspruch zur demokratischen Urteilsfindung stehen und darf nicht auf eine Waage mit autoritären Führungsstrukturen gestellt werden. Vor allem für Dich ist dieses Wissen unabdingbar als Unternehmerin. Im konkreten heißt es, dass es in Ordnung ist auch gewissermaßen die Richtung vorzugeben und letzte Machtwörter auszusprechen in dem ansonsten demokratisch geführten Unternehmergeist. 

Auch in unserem politischen System gibt die Kanzlerin oder Kanzler die politische Richtung vor, ohne gleich die ganze Kontrolle über die Regierung zu übernehmen. Die Kanzlerin oder Kanzler sind lediglich richtungsweisend. Lass Dich deshalb von diesem Irrtum nicht zu übertriebener Liberalität leiten. Wie bereits in vorherigen Textabschnitten erwähnt, ist auch hier die goldene Mitte von Bedeutung. Dann dürfte der Verwirklichung der Ideen nichts mehr im Wege stehen. Jetzt hast Du hoffentlich schon ein kleines Basiswissen, dass Du in Dein Unternehmen integrieren kannst. 

Gibt es eine geschlechtsspezifische Bedeutung? 
Statistisch gesehen bestehen Unternehmen auch im modernen 21. Jahrhundert noch immer aus einem höheren Anteil an Männern, die eine Führungsposition haben. Ein Hauch von Skepsis macht sich ja doch noch hin und wieder breit, wenn hochqualifizierte Frauen das Ruder in die Hand nehmen. Deshalb kann es trotz besonderer Führungsqualitäten zu Vorurteilen kommen – ebenfalls ein großer Trugschluss. Doch was hat dies mit New Work zu tun? Für Dich heißt dies: Trete Deinen Mitarbeiten selbstbewusst entgegen und scheue Dich nicht auch einzugreifen, wenn es die Situation notwendig macht, bzw. sei entschlossen, ohne den Arbeitsprozess im Ganzen zu hemmen oder die Mitarbeiter in ihrem Ideenreichtum einzuschränken. 

Sorge für einen Arbeitsplatz, der in das 21. Jahrhundert passt und sei ein Trendsetter mit Signalwirkung für andere Frauen. Denn bei dieser bahnbrechenden Strömung gibt es unglücklicherweise aktuell noch immer zu wenig Impulse, die vonseiten der Frauen kommen. Wie zuvor erwähnt: werde Vorbild und Trendsetter! Überwinde die Irrtümer und involviere Dich aktiv ins Geschehen Deiner Mitarbeiter und schaffe neue Impulse für ein erfolgreiches Gelingen der Arbeitsprozesse Deines Unternehmens. 

Was ist es nun nicht? 
Abschließend kann man sagen, dass diese Vorgehensweise keine Zauber-Formel ist, die man auf jedes Unternehmen blind übertragen kann, es ist vielmehr ein kreativer Gedankenprozess für ein Unternehmen, welches der Tätigkeit eine tiefere Sinnhaftigkeit verleihen soll. Es ist ein philosophisches Leitbild, dass diesen Begriff anführt. Jedes Unternehmen muss für sich die richtige Mitte finden. Deshalb hat es nichts mit Freizeit an sich zu tun oder damit möglichst wenig zu arbeiten. Es ist vielmehr die Selbstverwirklichung des Einzelnen in der Arbeit und die Teilhabe am Geschehen des Unternehmens im Hinblick auf die Digitalisierung. 

Es geht darum das entstandene Vakuum durch die Technisierung intelligent zu nutzen für schöpferisches Arbeiten in einem neuen modernen Umfeld. Dies erfordert eventuell sogar noch eine intensivere Arbeitsleistung, doch es soll der Persönlichkeit eines Menschen entsprechen. Der Mensch soll somit nicht aus dem Blickwinkel verloren werden. Sinnlose Monotonie und das Abstumpfen der Mitarbeiter aufgrund von sich ständig wiederholenden Arbeitsabläufen soll der Vergangenheit angehören. 

Ein letztes Schlusswort 
Jetzt hast Du bestenfalls Dein Repertoire erweitern können und wartest voller Euphorie darauf das neu erworbene Wissen auf Dein Unternehmen anzuwenden. Vergiss dabei nicht, dass es letztlich dabei auch um die Zufriedenheit Deiner Kunden geht, wozu ein Unternehmen schlussendlich prädestiniert ist. Schaffe Platz für die Digitalisierung als auch für die Mitarbeiter, um auf hohem Niveau arbeiten zu können, was Deinen Kundenzuwachs immens erhöhen wird. 

Weder das eine noch das andere ist richtig, es ist ein situatives Vorgehen, welches in höchstem Maße individuell vonstatten geht. Es ist keine Schwarz-Weiß-Seherei! Schluss mit mechanischen Arbeiten nach strengen Mustern aus den letzten Jahrhunderten. Integriere Deine Mitarbeiter in den aktiven Arbeitsprozess und verleihe der Arbeit Sinnhaftigkeit und das Betriebsklima wird auf eine neue Art und Weise aufblühen. 

Liquidiere die letzten Irrtümer, die sich in Deinem Unternehmen tummeln und lass diese Philosophie Wurzel schlagen in Deinem Betrieb. Effizienz und Produktivität werden neue Dimensionen annehmen. Dein neuer Wegweiser – New Work. Es wird Dir neuen Glanz verleihen. Alte Strukturen werden der Vergangenheit angehören, wappne Dein Unternehmen für den Wandel der Zeit. Lass Dich inspirieren vom neuen Zeitgeist und gehe mit der Zeit als moderne Unternehmerin.

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