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Unternehmerinnenporträt: Anna Kaiser & Jana Tepe von Tandemploy 

Anna Kaiser und Jana Tepe starteten mit dem EXIST-Stipendium für die Gründung Ihres Unternehmens Tandemploy in die Selbständigkeit.

Was ist das EXIST-Stipendium und wie hat es Ihnen beim Start geholfen?

Das EXIST-Stipendium im Rahmen des EXIST-Programms vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie BMWi), aktuell seit 2007, richtet sich an Gründer/-innen zur Förderung einer StartUp-Idee. Bis Mitte des Jahres 2017 wurden insges. 1.664 Gründungsvorhaben mit einem einjährigen Stipendium gefördert. Das Exist-Gründerstipendium direkt zum Start zu erhalten, war für uns ein großes Geschenk. Ohne hätte es wahrscheinlich nicht funktioniert. Dieses Stipendium bedeutete für uns vor allem, geschenkte ZEIT erhalten zu haben. Wir konnten ein ganzes Jahr mit voller Power und Konzentration nur an unserer Idee arbeiten und sie bis zur Beta-Version und damit zum Markteintritt bringen. Für uns der bestmögliche Start und auch die beste Förderung, die es in Deutschland in diesem Bereich gibt.

Dafür mussten auch Anna Kaiser und Jana Tepe die Bewerbungsvoraussetzungen erfüllen. Diese umfassen:

– Abschluss eines Hochschulstudiums
– Gründung innerhalb der ersten fünf Jahre nach Abschluss (Unternehmen darf für die Gewährung noch nicht gegründet sein)
– Produkt- oder Dienstleistungsidee muss innovativ und wissensbasiert sein
– Team besitzt die nötige Qualifikation
– StartUp verfügt über eine wirtschaftliche Perspektive

Art der Unterstützung

– kostenlose Pre-Seed-Finanzierung in Form von Stipendium und Geld für Sachmittel und Coachingmaßnahmen
– Unterstützung durch Gründungsnetzwerke der Hochschulen
– Unterstützung durch Hochschulmentoren
– keine Rückzahlungsverpflichtung
– Förderanträge derzeit bis 2020 möglich

Die Antragstellung

– Begutachtung durch Projektträger Jülich (PtJ)
– Antrag gemeinsam mit der frei wählbaren Hochschulen im Gründerbüro oder im Bereich Entrepreneurship-Zentrum

Tandemploy, das Tinder für Personalabteilungen

Seit der Gründung im Jahr 2013 als Jobsharing-Plattform will Tandemploy heute die Arbeitswelt flexibilisieren. Dass die Digitalisierung in Unternehmen ganz neue Arbeitsformen erfordert, haben Anna Kaiser und Jana Tepe erkannt. Ihre Antwort auf diese Tatsache war die Entwicklung einer Software, die dabei hilft, Arbeitsprozesse in Unternehmen zu flexibilisieren.

Die Vision der beiden Gründerinnen ist es, echten und praktischen Einfluss zu nehmen auf die Art und Weise, wie wir in Organisationen die Zusammenarbeit gestalten. Es wird inzwischen viel über neue Arbeit diskutiert und geschrieben. Am Ende muss sich aber auch etwas bewegen. Daran arbeitet Tandemploy jeden Tag mit sehr viel Herzblut und einem tollen 30-köpfigen Team. Für dieses Engagement und die Erfolge wurden Anna Kaiser und Jana Tepe bereits mit vielen Awards ausgezeichnet.

 Durch Anna Kaiser und Jana Tepe ist der Slogan „Sharing is caring“ als funktionierendes Geschäftsmodell maßgeblich an Veränderungen in der Arbeitswelt in Deutschland beteiligt. Ihr Erfolg basiert auf der eigenen Entwicklung einer smarten HR-Technologie. Diese ermöglicht es Firmen und einzelnen Personen, flexible Arbeitszeitmodelle (Jobsharing) umzusetzen. Wer sich für Jobsharing interessiert, findet auf Ihrer Plattform Tandemploy.com durch ein Matching Menschen mit gleichen Interessen. Anders ausgedrückt: Ein Tandempartner kann gefunden werden. Andererseits können auch Firmen gefunden werden, die dem Thema Jobsharing offen gegenüber stehen.

Eine Gründungsidee für Gegenwart und Zukunft oder wie Anna Kaiser es ausdrückte:

„ Die Zukunft der Arbeit beginnt schon heute.“

In 2016 wurden die beiden Gründerinnen im Rahmen der KfW-GründerChampions für Ihre Idee und erfolgreiche Umsetzung als GründerChampions für das Bundesland Berlin gekürt. Darüber hinaus waren auch die Zuschauer von Tandemploy überzeugt. Noch vor Ort wurde das StartUp per SMS zum Publikumssieger aus den insgesamt anwesenden 16 Bundesländern gewählt. Damit konnten die beiden Gründerinnen ein adäquates Preisgeld für sich verbuchen. Für beide insgesamt ein wunderbares Erlebnis.

Wie kam es zu der gemeinsamen Gründung von Tandemploy ?

Beide arbeiteten in ihrem vorherigen Job in einer Personalberatung für die Digitalwirtschaft und kannten sich als Kolleginnen.

Es kam, wie es aus heutiger Sicht kommen musste: Ihre Gründungsidee ließ sie nicht mehr los und wurde fortan weiterentwickelt. In 2013 wurde dafür als erster Schritt die Jobsharing-Plattform Tandemploy für jene gegründet, die aktuell einen Job oder einen Tandempartner suchen. Zu erwähnen ist, dass es diesen Bereich auch heute noch gibt.

Mittlerweile entwickeln und vertreiben die beiden Gründerinnen von Tandemploy insbesondere Software as a service (SaaS). Diese hilft (größeren) Firmen dabei, ihre Arbeitsmodelle und Strukturen ins digitale Zeitalter zu bringen. Das Ziel: ist, nicht zur flexibler, sondern auch kollaborativer arbeiten zu können. Dieses Angebot geht weit über Jobsharing hinaus. Die Software verbindet Kolleginnen und Kollegen für „neue Arbeitsformen“ jeglicher Art. Zum Beispiel für Projekte, Peer Learning, Job Swappings und Hospitationen. Auch Mentoringkonstellationen und Working Cicles sowie das nach wie vor aktuelle Jobsharing werden angesprochen. Genutzt wird dabei der stärkste Hebel, den diese Organisationen vorzuweisen haben; die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese sind anstelle von HR oder dem Management einerseits die Hauptnutzer und andererseits die Treiber der Software.

Damit wurde ein wirklich guter Ausgangspunkt geschaffen, um in Unternehmen echte und gemeinsame Veränderungen durchzuführen. Dass Sie mit diesem Angebot eine große Zielgruppe ansprechen, belegen folgende Zahlen:

– 96% der berufstätigen Eltern möchten mehr Flexibilität in Ihrem Job
– 76% der Väter würden gerne in Teilzeit arbeiten, zumindest teilweise
– 46% möchten über die Grenzen der Abteilungsbereiche hinaus mehr Zusammenarbeit 80% sogar würden Ihre Arbeit gerne und verstärkt selber organisieren
– 87/ der Arbeitnehmer haben sogar innerlich schon gekündigt

Sich selbst treu zu bleiben, auf die eigene Intuition zu hören, um eine bestimmte Sache komplett anders zu machen kann, kann ein gutes Credo sein. Bei Tandemploy heißt das, nicht nur über die „Zukunft der Arbeit“ zu sprechen, sondern Neues Arbeiten schon heute umzusetzen.

Welche Vorgänge bestimmen den unternehmerischen Alltag von Anna Kaiser und Jana Tepe?

Zu den täglichen Begleitern gehören ein geteilter Kalender und das CRM-System zum Hinterlegen von wichtigen Kontakten und Infos mit beiderseitigem Zugriff. Alle Teammitglieder, die ausnahmslos in Teilzeit oder im Jobsharing arbeiten, sind gleich wichtig und tragen viel Verantwortung. Verbindende Elemente sind die Absprachen und das Commitment.

Herzlichen Dank für das Interview, Harald Scheerer.

 

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