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Design Thinking

Immer wieder kommen, dem ein oder anderen von uns, irgendwelche Bezeichnungen unter, mit denen man im ersten Moment, absolut gar nicht anfangen kann, für einige von Euch ist solch ein Begriff eventuell "Design Thinking", damit ihr nicht unwissend bleibt, haben wir hier für euch, alles wissenswerte, über Design Thinking zusammengestellt.

Bei dem Design Thinking, handelt es sich um ein modernes Konzept, mit dem möglichst kreativ, Problemlösungen entwickelt werden können, diese Methode wurde von D. Kelley, T. Winograd und L. Leifer, die drei Arbeiten alle, an der Stanford University und haben den Prozess gemeinsam, bereits Mitte der 1980er Jahre, entwickelt.

Bei diesem Prozess ist der Grundgedanke, dass sich mehrere interdisziplinäre Teams damit beschäftigen, für verschiedene Probleme und Unternehmensbereiche, innovative neue Lösungen zu finden / zu schaffen. In den Teams wird mit Menschen aus den verschiedensten Fachbereichen, mit unterschiedlichsten Quellen und Meinungen gearbeitet und so versucht ein bestehendes Problem zu lösen. Das Design Thinking stammt aus dem industriellen Bereich und hat sich von dem Industrie-Design ableiten lassen. Hauptziel ist stets, die Neuentwicklung, von interessanten Dienstleistungen und ideenreichen neuen Produkten. Die neuen Ideen / Entwicklungen sind auf die Bedürfnisse von uns Menschen ausgerichtet.

In der Branche wird heftig diskutiert, ob die drei Entwickler D. Kelley, T. Winograd und L. Leifer, das Design Thinking, tatsächlich neu erfunden haben oder ob es sich dabei, nur um eine geschickte Umwandlung, von bereits bestehenden Methoden und Erkenntnissen vom erwähnten Industrie-Design handelt. Einige Fachleute nehmen an, dass dieses Konzept einfach umgearbeitet wurde und nun sehr geschickt vermarktet wird. Die Innovationsberatung IDEO, von Kelley ins Leben gerufen, wirbt besonders auffällig für diese Methode.

Grundlagen des Problemlösungsprozesses

Das System des Design-Thinkings setzt sich aus der entstehenden Schnittmenge, der folgenden drei Faktoren zusammen: Mensch, Wirtschaft und Technologie. Die Innovation des Prozesses vereint sowohl Attraktivität, Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit, um eine hilfreiche Lösung zu finden. Nur wenn alle drei Faktoren beachtet werden, kann sich eine neue Innovation, nachweislich durchsetzen.

Der Hauptansatz beim Design-Thinking ist komplett, an den Interessen der beteiligten Menschen ausgerichtet (human-centered). Damit der Prozess erfolgreich beendet werden kann, sollte vorhergehend genau analysiert werden, welches die Bedürfnisse, der jeweiligen Zielgruppe sind, dies geschieht am besten, indem man beobachtet, versteht was gewünscht wird und die Problematik des Themas ausfindig macht. Sind diese Punkte erledigt und man hat verstanden / erkannt, was die betroffene Zielgruppe erwartet, kann man damit beginnen Ideen zusammen zu tragen. Durch eine frühzeitige Erstellung von Mustern und Modellen, können Ideen besser getestet, als Prototyp hergestellt- und vorgestellt werden, die Muster müssen in diesem Stadium noch nicht genau ausgearbeitet sein, es geht dabei eher um die Möglichkeit, durch etwas plastisches oder vorhandenes, weitere Ideen zu sammeln. Indem man die Schritte, der Ideenfindung und die Erstellung in unterschiedlichen Schritten nutzt, erzielt man deutlich schneller Erfolge, bei der Entwicklung oder Problemlösung.

Vorteile des Design-Thinkings

Diese Methode bietet Menschen aus unterschiedlichen Abteilungen, Firmen und Hierarchien, die Möglichkeit, zusammen an einem Projekt zu arbeiten. Durch das Zusammenkommen der unterschiedlichen Gruppen, entstehen zwei entscheidende Vorteile: Menschen mit unterschiedlichen Berufen und Erfahrungen können ihr Wissen austauschen und gemeinsam nach Lösungen suchen, der Wissensstand vergrößert sich so enorm. Andererseits kann jeder seinen Blickwinkel und seine Meinung einbringen und seine bisherigen Erfahrungen zum Projekt weitergeben.

Besonders interessant ist die Zusammenarbeit von Menschen, die ein sogenanntes T-Profil besitzen. Hinter der Bezeichnung T-Profil verbirgt sich, dass T-Shape-Konzept von D. Leonard-Barton. Die Fähigkeiten einer solchen Personen sind, wie der Buchstabe T aufgebaut: Der vertikale Balken des Buchstabens, steht dabei für das vorhandene Fachwissen und einen bestimmten Fachbereich, der horizontale Teil des Buchstaben stellt das Interesse, die Neugier und die Offenheit gegenüber anderen Gruppenmitgliedern, dem Umfeld und der Umwelt dar.

Ziel der Design-Thinking Gruppe, ist in erster Linie, der Wille, alle Teilnehmer auf einen Nenner zu bringen, nur so kann die Gruppe effektiv arbeiten. Der allgemeine Informationsaustausch geht weit über das Sprachliche hinaus, Platz für Notizen, flexible Möbel, mobile Trennwände, Post-Its und Flipboards sollen die Kommunikation unterstützen und verstärken. Hinter diesem Prinzip verbirgt sich die einfache Idee, das Wissen und die Gedanken, aller Beteiligten sichtbar zu machen. Auch mehrere Räume oder Bereiche die als Rückzugsorte genutzt werden können, sind eine sinnvolle Möglichkeit, bei Bedarf in Ruhe, kreativ weiter zu arbeiten.

Aufbau und Struktur

Genau wie andere Modelle, die zur Förderung der Kreativität genutzt werden, dient das Design-Thinking im Grunde nur dazu, eine grobe Struktur zu schaffen und den Teilnehmern, bei der Orientierung zu helfen. Einen idealen Arbeitsablauf, der unbedingt eingehalten werden muss, gibt es nicht, die Teilnehmer können, je nach Bedarf, in eine andere Bearbeitungsphase springen. Unter Umständen entstehen schon kurz nach dem Zusammentreffen der Teilnehmer, neue Ideen für Lösungen und neue Prototypen, diese dürfen natürlich dann umgehend realisiert werden.

Zu dem Design-Thinking Prozess, der an der Stanford University gelehrt wird, gehören die folgenden sechs Phasen, vorab eine Abbildung die den Prozess versinnbildlichen soll.

Die Abbildung, mit den vielen unterschiedlichen Wegen und Verknüpfungen, zu den einzelnen sechs Phasen, soll noch einmal verdeutlichen, dass keine vorgeschriebene Reihenfolge existiert nach der diese Phasen abgearbeitet werden müssen, die Gruppenteilnehmer können je nach Bedarf, in eine der Phase umswitchen,der Wechsel ist beliebig und kann mehrfach in jede Richtung erfolgen:

 

Design Thinking process in the Chapters Dialogue project

 

  1. Understand

Erkennen des Problemfelds - Teammitglieder sollen sich gemeinsam zu Experten entwickeln - Einrichtung eines gemeinsamen Arbeitsplatzes, Anlegung eines Glossars, Planung und Durchführung diverser Recherchemaßnahmen.

  1. Observe

Auf Schritt 1 folgt eine gründliche, bewertungsfreie Beobachtung der Thematik, es soll gemeinsam interagiert werden und eine Befragung der Beteiligten stattfinden. Diese Vorgehensweise dient dazu, die Bedürfnisse der Betroffenen zu verstehen, ein offenes Gespräch, mit Menschen, die nicht zu der Gruppe gehören, kann weitere hilfreiche Eindrücke liefern. Zusätzlich zu dem aktuellen Projekt, sollten sich die Gruppenmitglieder schon gelöste Probleme genauer anschauen, so erhält man weitere Ideen, die man in das aktuelle Projekt einfließen lassen kann. Bei der Bearbeitung des Projekts, sollte man direkt in die betroffene Abteilung oder zu dem Kunden gehen und vor Ort Eindrücke sammeln.

  1. Synthesis / Point of View

Die in Schritt 2 gesammelten Informationen und Erkenntnisse werden nun in der Gruppe ausgewertet, hier sollten sich alle Teilnehmer, in aller Ruhe austauschen, hierfür eignet sich, das sogenannte Story-Telling, ganz hervorragend, jedes Mitglied erzählt von seinen Eindrücken und Erkenntnissen, so entsteht Schrittweise ein Gesamtbild der Thematik. Im Anschluss können die Eindrücke, durch Statistiken oder Modelle, visualisiert werden, so werden die Informationen besser verständlich und die gemeinsame Kommunikation wird erleichtert. Dies hat den Vorteil, dass selbst unterschiedliche Meinungen, schnell erfasst werden können, hier geht es erst einmal nur darum, das Wissen auf einen gemeinsamen Stand zu bringen.

  1. Ideate

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt um neue Ideen zu entwickeln, jede bekannte Kreativitätstechnik kann genutzt werden, eine sehr beliebte Variante ist das bekannte Brainstorming. Diese Technik, sowie jede andere in diesem Bereich, dient dazu, das eine Vielzahl an Ideen gesammelt werden, anschließend werden diese Ideen dann bewertet und ähnliche Punkte einander zu geordnet, die interessantesten Ideen, werden darauf hin, genauer angesehen und man bewertet deren Realisierbarkeit, Attraktivität und Wirtschaftlichkeit. Da sich das System an den Menschen orientiert, sollte der Punkt der Attraktivität, ein wenig stärker bewertet werden und vor der Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit stehen.

  1. Prototyping Testing / Prototypen

Sind die ersten vier Punkte erfolgreich erledigt wurden, geht es bereits an die Umsetzung / Realisierung der ersten Prototypen und Muster, solche Modelle können aus Karton, Papier, als Rollenspiele oder per Storytelling dargestellt werden. Alle diese Methoden zielen darauf ab, die neuen Ideen, allen Beteiligten leicht verständlich vorzustellen, um so einen Schritt weiter zu kommen. Dieser Vorgang kann in jeder Entwicklungsphase wiederholt werden, jeder neue Prototyp, soll den Teilnehmern dabei helfen, weitere neue Ideen oder Veränderungen einfließen lassen zu können.

  1. Implementing / Test

Wenn die Gruppe, die Prototypen soweit voran getrieben hat, dass diese dem Endprodukt nahe kommen, kann das erste Treffen mit der Zielgruppe erfolgen. Das Feedback der Zielgruppe gibt neue Erkenntnisse, über weitere Verbesserungen und alternativen Lösungen. Je nachdem wie die Zielgruppe reagiert kann es, wenn der Prototyp nicht gut angenommen wird, dazu kommen, eine Idee komplett zu verwerfen und neu zu beginnen.

Tipps von Tim Brown für einen erfolgreichen Ablauf des Design-Thinkings

- Bereits zu Beginn eines jeden Projekts, sollte das Design-Thinking, mit in den Prozess einbezogen werden. Ideen können so, in einer vergleichbaren kurzen Zeitspanne, deutlich schneller weiter entwickelt werden.

- Die Handlungsweise sollte sich direkt an den Interessen der Betroffenen orientieren. Zu den menschlichen Faktoren, müssen die technischen und wirtschaftlichen Faktoren angepasst werden, mit dem Mensch im Mittelpunkt, erlangt man oft überraschende Einsichten und es werden Innovationen entwickelt, die den Endkunden deutlich näher kommen.

- Hilfe von Außen in Anspruch nehmen, Netzwerke einbeziehen und sowohl auf Konsumenten als auch Kunden eingehen.

- Bereiten Sie sich auf große und kleine Innovationen vor, eine Bandbreite an unterschiedlichen Möglichkeiten, ist durchaus hilfreich um kurz- und langfristige Projekte zu realisieren.

- Der Design-Thinking Prozess läuft sehr schnell ab, trotz der hohen Geschwindigkeit weiß man nie, wann genau, ein Markteintritt bevorsteht. Bei der Planung des Budgets sollte man flexibel sein und stets die Möglichkeit in Betracht ziehen, das Budget zu überarbeiten.

- Finden Sie Mitarbeiter denen das Konzept des Design-Thinkings besonders gut liegt und fördern Sie diese Talente.

- Lassen Sie den Projekten genügend Zeit, nur wenn der Design-Prozess komplett durchlaufen kann, kann man davon ausgehen das sich die Ergebnisse auch langfristig positiv verändern.

Das Design-Thinking hat sich im Laufe der vergangenen Jahre sehr gemausert und es haben sich bereits über 80 unterschiedliche Varianten bebildet, mit denen man arbeiten kann. Im Internet finden sich, viele Informationen über den Ablauf und Anleitungen, die sehr hilfreich sein können.

Zu dem typischen Design-Thinking, lässt sich die Technik "outside the box", als ein wichtiger Bestandteil zählen, hinter "outside the box", verbirgt sich im Grunde nichts anderes, als der Versuch, seine gewohnten Denk- und Handlungsweisen zu vergessen bzw. abzulegen, sich auf neue Wege zu wagen oder die Dinge von einem anderen Standpunkt aus zu betrachten. Nur die Interessen des Kunden sollen im Mittelpunkt der Handlung stehen, so lassen sich Lösungen ausarbeiten, die einen effektiven Nutzen für den Kunden haben oder ein Kundenproblem schnell lösen können. Auch in unserer computerisierten Welt lassen sich so, ohne den Einsatz von Computern, gezielt die Kundenwünsche ausarbeiten und sowohl Designer, als auch Unternehmen, können überprüfen, welche Produkte und Waren sich die Kunden wünschen. Zeiten in denen man ein Produkt entwickelt hat, dies auf den Markt geworfen wurde und man dann geschaut hat, wie dieses ankommt, sind längst vorbei. Heute beobachtet und bewertet den Markt vorab, so lässt sich erkennen, welche Produkte die Bevölkerung benötigt oder sich wünscht, darauf hin werden die Wünsche gezielt erfüllt und Produkte auf den Markt gebracht, von denen man sich relativ sicher ist, das diese erfolgreich werden.

Der Design-Thinking Prozess wurde für einen langfristigen Einsatz konzipiert und sollte nicht nur für ein Projekt in einem Unternehmen genutzt werden, sondern langfristig in die Firmenabläufe integriert werden. Der gesamte Prozess ist darauf ausgerichtet, die Interessen des Kunden umzusetzen und dessen Feedback, mit in die Entwicklung einfließen zu lassen. Mit dem Design-Thinking Prozess wurde keine Weltneuheit entwickelt, doch trotz allem, ist es ein lohnenswertes System um im Team, Kundenwünsche schneller erfüllen zu können.

Tom Kelly beschreibt in einer 2001 erschienenen Publikation “The Art of Innovation” die fünf einfachen Schritte:

Verstehe - Beobachte und Analysiere - Visualisiere - Bewerte und Optimiere - Implementiere

Spezielle Analyse- und Recherchemethoden die zum Einsatz kommen können, sind beispielsweise die Experteninterviews, diese bieten dem Design-Thinking Team, die Möglichkeit, schnell in die tiefere Thematik, des Projekts und der Kundenwünsche vorzudringen, so erweitert man den Spielraum für die Ideenfindung.

Bei einem oder mehreren Tiefeninterviews, kristallisieren sich schnell die Kernpunkte eines Auftrags heraus, es sind nur wenige Nutzertests nötig, um Probleme zu erkennen und zu lösen.

Das Shadowing bezeichnet die Handlung / den Aufenthalt eines Designers, am Ort des Geschehens, dort kann dieser Personen beobachten, die mit dem betroffenen Produkt umgehen, ohne dass diese darüber Bescheid wissen oder unbewusst beeinflusst werden.

Zu guter Letzt noch, die teilnehmende Beobachtung, hierbei werden ein paar ausgewählte Menschen, über einen gewissen Zeitraum begleitet, diese sollten versuchen, sich komplett natürlich, in ihrem Arbeitsumfeld zu verhalten, so kann der Designer oder Analyst neutrale Eindrücke sammeln und seine Eindrücke zu dem Verhalten direkt dokumentieren und festhalten.

Die DIN Norm ISO 13407 ähnelt dem Design-Thinking sehr stark, hier kommt eine vergleichbare Vorgehensweise zum Einsatz. Unter zur Hilfenahme dieser Norm soll der Nutzen von Computer Software analysiert werden, während dieses Prozesses werden unterschiedliche Phasen der Software immer wieder durchlaufen, so soll die Qualität dieser Schritte gewährleistet werden. Zu dem Prozess zählen: den Gestaltungsprozess planen, den Nutzungskontext analysieren, Ausrichtung auf die Kundenanforderungen, Gestaltungsvarianten entwickeln und Lösungen und Anforderungen ausarbeiten und erledigen.

Verkürzt man den Prozess des Design-Thinkings auf die folgenden 4 Phasen: Research –> Ideate –> Prototype –> Test, wird es möglich dieses System auch auf allgemeinere Problemstellungen anzuwenden und die Methode vereinfacht sich spürbar. So passt die Methode unter Umständen besser zu den Ansprüchen diverser Unternehmen.

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